Abschied als Kind

Abschiede bei Kindern verstehen und helfen

Abschiede bei Kindern -wenn die beste Freundin wegzieht

Abschiede bei Kindern sind bei uns gerade Thema. Meine Große erlebt jetzt gerade einen Abschied, welcher eine große Veränderung für sie mit sich bringt. Ihre beste Freundin ist gerade umgezogen. Sie wohnte für 2 Jahre nur zwei Häuser weiter. Das war toll für die Beiden. Sie konnten spontan klingeln und hatten in diesen Jahren eine intensive Zeit zusammen. Nun wohnt sie in einem Haus, welches 30 Minuten entfernt von uns ist. “Halb so wild”, werden einige jetzt denken, aber 30 Minuten Fahrtweg können alles verändern. Zumal ihre Mutter schon vor dem Umzug immer sehr viel beschäftigt war. Wir werden sehen, wie es nun wird und natürlich versuchen, dass die Mädels sich zumindest mal am Wochenende sehen können mit übernachten und allem, aber es wird nicht dasselbe sein. Die Spontanität ist weg. Kein spontanes klingeln mehr an der Tür. Die Wahrscheinlichkeit war immer hoch, dass sie sich im Laufe der Woche mindestens 1 Mal sehen würden, oftmals öfter als das. Das war ihre Routine, die meiner Tochter Sicherheit gab. Sie wusste, dass ihre Freundin da ist, nur 2 Häuser weiter. Das ist nun anders.

Was tun, wenn das Kind traurig ist?

Das nimmt meine Große natürlich mit. Sie ist öfter wütend, bockiger und traurig. Insgesamt hat sie vermehrter Gefühlsschwankungen. Als Mama ist mein erster Gedanke da natürlich:“Wie kann ich es wieder gut machen?” Keine Mama sieht ihr Kind gerne leiden. Was habe ich also getan? Ich habe nachgedacht, gegoogelt und gelesen. Was wäre das Beste in dieser Situation? Was kann ich tun?
Mir wurde durch die Auseinandersetzung mit dem Thema Abschiede für Kinder einiges bewusst, was ich mit euch teilen möchte.

1. Das Leben ist ein Fluss

Unser ganzes Leben ist geprägt durch Veränderungen . Nichts bleibt für immer gleich. Menschen kommen in unser Leben und gehen wieder. Vielleicht ziehen sie weg, vielleicht ziehen wir weg. Manche Kontakte schlafen auch einfach so ein oder Menschen sterben und gehen so unwiderruflich aus unserem Leben. Daneben verändert sich auch unsere Lebenssituation kontinuierlich. Alles ist in Bewegung. Sich dieser Dynamik zu stellen, um sich weiter zu entwickeln ist Aufgabe eines jeden Menschen. Ansonsten erstarren wir und Stillstand ist nicht der Sinn unseres Lebens.

2.Trennungen und Abschiede gehören zu unserem Leben

Unser Leben beginnt mit einer großen Trennung -wir müssen uns von der Geborgenheit des Mutterleibs verabschieden und uns körperlich von unserer Mutter trennen. Damit beginnt ein Leben, in dem es viele Trennungen und Abschiede geben wird. Das muss nicht heißen, dass es große Abschiede sein müssen, wie beispielsweise der Tod eines geliebten Menschen oder die Trennung der eigenen Eltern. Es sind vielmehr viele kleine Abschiede. Wir werden abgestillt und müssen uns wieder ein bisschen mehr abnabeln von unserer Mutter. Wir kommen in die Kita und sind plötzlich für Stunden getrennt von unserer Mutter. Es kann auch schon das abendliche einschlafen ein Abschied sein. Man muss sich vom Tag verabschieden und ist im Schlaf getrennt von der Familie. Später kommt die Einschulung und damit auch der Abschied von der Kleinkind-Phase. Irgendwann verlassen wir dann ganz unser Elternhaus und leben getrennt von unseren Eltern.

3. Loslassen, um zu wachsen

Die Beispiele von Punkt 2 verdeutlichen, dass unser Leben geprägt ist durch Trennungen und Abschiede. Diese verlangen von uns, dass wir loslassen, um uns Neuem öffnen zu können und zu wachsen. Gerade im ersten Lebensjahr eines Kindes wird dies besonders deutlich. Kinder wachsen in dieser Zeit nicht nur körperlich wahnsinnig schnell, sondern entwickeln sich auch vom Säugling zum Kleinkind. So viele Fähigkeiten werden in dieser kurzen Zeit gelernt. Jede neue Entwicklungsphase bedeutet aber auch ein Abschied von der vorherigen.

Wie konkret umgehen mit den Gefühlen des Kindes?

Zu wissen, das Abschiede und Trennungen zu unserem Leben dazugehören finde ich hilfreich und wichtig, aber da ich eher der praktische Typ bin, wollte ich trotzdem gerne noch konkrete Hilfe für mein Kind haben, die ihr die Zeit des Übergangs erleichtern können.

Das tückische ist, dass sich die Reaktion auf einen Abschied oder einen Verlust nicht immer durch Traurigkeit ausdrückt. Manchmal zeigt sie sich durch Magenschmerzen, Albträume, vermehrte Unruhe oder gar Erschöpfung. Trauer hat viele Gesichter. Wahrscheinlich ist aber, dass sich das Kind anders als gewöhnlich verhält.

1. Nähe und Geborgenheit

Selbst wenn das Kind besonders gereizt ist und auf vieles mit mehr Ablehnung als sonst reagiert, wird es sich gerade jetzt ganz besonders nach Nähe und Geborgenheit sehnen. Fühlt sich ein Kind in dieser Situation von den Eltern unterstützt und getragen ist das eine große Hilfe, um mit der Trauer fertig zu werden.

2. Gefühlen Raum geben

Kinder erleben in dieser Situation eine Reihe von oft widersprüchlichen Gefühlen. Neben Trauer spüren sie vielleicht Wut, Agression, Verzweiflung, Liebe, Dankbarkeit, Angst oder Sehnsucht. Die Gefühle schwanken auch sehr. So wirken sie in einem Moment zu Tode betrübt und scheinen im nächsten himmelhoch jauchzend zu sein. Das liegt auch daran, dass Kinder sich von längeranhaltenden Trauerreaktionen überfordert fühlen. Es braucht Zeit bis der Abschied verarbeitet ist und in dieser Zeit ist es wichtig, dass Kindern Raum für ihre Gefühle gegeben wird, damit sie diese auch ausdrücken können.

3. Rituale

Rituale können ebenfalls helfen Abschiede und Trennungen zu verarbeiten. Mithilfe von Ritualen können Übergänge schön gestaltet werden. Sie können es erleichtern Altes los zu lassen und Neues zu begrüßen. Zum Abschied vom geliebten Schnuller kann dieser an den Weihnachtsbaum gehängt werden, wo der Weihnachtsmann ihn mitnimmt und ein Geschenk dafür da lässt. Zur Einschulung gibt es eine Schultüte und eine Feier mit der Familie.

Wie gehe ich selbst mit Abschieden und Trennungen um?

Zum Schluss möchte ich noch anmerken, dass ich eine Reflektion des Umgangs mit der eigenen Gefühlen auch sehr wichtig finde. Unsere Kinder lernen von uns. Wenn wir ihnen einen positiven Umgang mit Gefühlen vorleben, dann wird es ihnen selber leichter fallen die mit Abschieden und Trennungen verbundenen Gefühle anzunehmen und zu verarbeiten.

Wie geht ihr mit Abschieden und Trennungen um? Habt ihr Rituale, die euch helfen?

 

XX Bis bald,

Miriam

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