Mama in den USA

Meine Erfahrungen als deutsche Mama in den USA

Deutschland vs. USA

Nach über 4 Jahren hier in Oregon habe ich einiges an Erfahrungen als deutsche Mama in den USA gesammelt.
Rückblickend denke ich, dass ich sehr naiv in das Abenteuer USA rein gegangen bin. Ich wusste wenig über die Situation der Mütter hier und dachte wahrscheinlich, dass es schon irgendwie so ähnlich sein wird wie in Deutschland.

Ist es nicht -kann und muss ich leider so sagen. In Berlin hatte ich für meine Große Vollzeitbetreuung in der Kita, inklusive Mittagessen, für unter 200 Euro im Monat.
Eine Freundin hier in Oregon, die Vollzeit arbeitet, bezahlt für die Kinderbetreuung ihres Sohnes 1500 Dollar im Monat. Diese Preschool ist vergleichbar mit der Kita in Berlin, also keine Luxusbetreuung. Unterschied zu Deutschland ist aber, dass hier die Kinderbetreuung nicht staatlich subventioniert wird.

Mama bleibt Zuhause

Ich habe in den letzten Jahren mit so mancher Mama hier geredet und die allermeisten bleiben eben nicht Zuhause bei den Kindern, weil sie es so wollen, sondern, weil es sich für sie nicht lohnen würde arbeiten zu gehen. Neben der teuren Kinderbetreuung gibt es noch weitere Hindernisse, die meiner Meinung nach das Arbeiten für Mütter erschweren.
Da sind zum Einen die wenigen bezahlten Urlaubstage hier. Schulkinder hier haben im Sommer mindestens 2,5 Monate frei. Mein Mann hat Glück, weil er 15 bezahlte Urlaubstage im Jahr hat. Viele haben hier nur 10 oder noch weniger im Jahr!

Familienfreundlichkeit?

Wohin also mit den Kindern für 2,5 Monate während des Sommers? Meine sind noch zu klein, um nach Deutschland zu den Großeltern zu fliegen. Die Großeltern könnten auch nicht so lange zu uns kommen. Meine Mutter hat Flugangst und mein Vater arbeitet noch. Die Schwiegermutter ist schon über 70 und fühlt sich dem Ganzen auch nicht mehr gewachsen.

Zum Anderen wäre die Frage was ich mit den Kindern machen würden, wenn sie krank wären. Meine Große war diesen Winter oft krank. In Deutschland hätte mir der Kinderarzt attestiert, dass mein Kind krank ist und ich hätte mit ihr Zuhause bleiben können -ganz ohne Stress. Hier gibt es sowas nicht. Mein Mann hat sogenannte “Sick Days”, die er nehmen kann, wenn er krank ist. Es sind inzwischen ganze 7 Tage, die er so ohne Probleme im Jahr Zuhause bleiben kann. Wenn er länger krank wäre, dann müsste er zuerst seine regulären Urlaubstage nehmen (Whaaaaat?…..Ja, habe ich auch gedacht!) und erst wenn die aufgebraucht wären würde die Versicherung einspringen. Er würde dann allerdings nicht mehr sein volles Gehalt bekommen solange er arbeitsunfähig ist. Was das mit den Kindern zu tun hat? Würde ich arbeiten müsste ich ja auch Sick Days nehmen wenn die Kinder krank wären. Wer mehr als 1 Kind hat weiß ja auch, dass die Kinder sich beim krank werden nicht koordinieren. Diesen Winter wären sowohl meine Sick Days, als auch mein Jahresurlaub schon drauf gegangen.

Lösung für das Dilemma?

Was also tun? Habe ich eine Lösung für das Dilemma? Wieso schreibe ich darüber?
Ich habe bisher leider keine Lösung für das Problem gefunden. Stattdessen versuche ich mich irgendwie mit der Situation zu arrangieren, aber ich muss ehrlich gestehen, dass es mir sehr schwer fällt. Es kann ja auch anders gehen. Ich denke aber, dass dieses Land noch einen längeren Weg vor sich hat, wenn es um die Vereinbarung von Familie und Beruf für Mütter geht. Leider habe ich mich vor unserem Umzug in die USA nicht wirklich mit diesem Thema auseinandergesetzt und kann nur jeder Mama, oder potenziellen deutschen Mama, die in die USA zieht oder mit dem Gedanken spielt dieses zu tun, empfehlen sich mit dem Thema vorher auseinander zu setzen.

Bist du eine deutsche Mama in den USA? Wie geht es dir damit? Hast du Ideen, Tipps?

Ich wünsche dir einen schönen Dienstag xx

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